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"Bolero" für das Kunstcafe EinBlick

HOLZBÜTTGEN. Wer sich für Bedürftige im fernen Nepal einsetzt, darf über den dort gesetzten Zielen nicht die Bedürfnisse in der heimatlichen Region vergessen - diese Meinung vertritt Rainer Strauss, Klarster Nepalinitiative (KNI). „Die Globalisierung und die Bemühungen um die Wahrung des Friedens müssen auf eine lokale Schiene gebracht werden", begründete der Pate des Kunstcafes EinBlick die Initiierung eines Benefizkonzertes zugunsten des Projektes von Brigitte Albrecht.

Die Geschäftsführerin, die in dem Kaarster Cafe geistig behinderten Menschen eine Plattform zur Weiterentwicklung bietet, zeigte sich ebenso wie Rainer Strauss mit der Resonanz der Veranstaltung in der Lukaskirche Holzbüttgen zufrieden: „An der Abendkasse wurde fast die doppelte Anzahl der vorbestellten Eintrittskarten verkauft". So erlebten rund 200 Besucher zwei mit Kommunikation und Musik gefüllte Stunden.

Rainer Strauss war es gelungen, für den musikalischen Part „Force fo(u)r Cello" aufzubieten. Das mit professionellen Musikern besetzte Celloquartett um den Kaarster Dan Zemlicka ist dafür bekannt, dass es das übliche Standard-Repertoire sprengt.

In der Lukaskirche gab es unter dem Titel „16 Saiten in Hochform" eine beeindruckende Kostprobe der großen musikalischen Bandbreite. Neben klassischen Werken von Bach oder Boccherini waren Maurice Ra-vels „Bolero" und Canaille Saint-Sa-ens „Dans Macabre" zu hören. Alle Interpretationen, bearbeitet von Dan Zemlicka, wurden charmant und prickelnd dargebracht. Der Cellist stellte auch eigene Kompositionen vor. Sie wurden mit ebenso viel Applaus bedacht, wie die instrumentellen und stimmlichen Solo-einlagen von Christiane Schepping, Robert Hillebrands und Hans-Wilhelm Thelen. Dass die Cellisten Sprechpassagen mit einfließen lassen und sogar darstellerische Qualitäten erbringen, zeugt von der Intention, auch neue Wege zu gehen. Der fantasievolle und professionelle Programm-Mix endete mit „Cine-ma", einem Potpourri bekannter Filmmelodien, unter anderem aus Bond- und Western-Produktionen.

„Das war toll", war aus den Sitzreihen zu hören. Das begeisterte Publikum begnügte sich schließlich mit zwei Zugaben. Über den Verlauf der Veranstaltung zeigten sich alle Beteiligten zufrieden. Dank des Entgegenkommens der Kirchengemeinde, der Musiker und einiger Sponsoren fließen dem Kunstcafe rund 1000 Euro zu. „Dazu kommen weitere 230 Euro, die wir durch unser erprobtes Cate-ring-Angebot einnehmen konnten", freut sich Sonderschulpädagogin Brigitte Albrecht über diese finanzielle Unterstützung für das integra-tive Projekt.

Von (mog).



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